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ITB infoservice 03/2022
Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit
24. März 2022

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

täglich erhalten wir Nachrichten zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, die als souveränes, demokratisches Land Teil der europäischen Familie ist. Internationale Wissenschaftsorganisationen und zahlreiche Länder schränken als Reaktion darauf die Forschungskooperation mit Russland deutlich ein. Die Europäische Kommission schließt keine neuen Verträge mit russischen Einrichtungen unter dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa (2021-2027) mehr ab und setzt Zahlungen für laufende Projekte unter Horizont Europa und dem Vorgängerprogramm Horizont 2020 aus.

Covid-19 bleibt ein zentrales Thema. Eine Übersicht über Technologieprognosen und Zukunftsstudien weltweit bietet eine neue Publikation des VDI Technologiezentrums. Im Anhang sind auch zahlreiche Studien aufgelistet, die sich mit den Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesellschaft im Allgemeinen und die Technologieentwicklung im Besonderen befassen. Die International Association of Universities hat derweil einen Bericht vorgelegt, in dem die Auswirkungen der Pandemie auf die Hochschulbildung thematisiert werden. Insbesondere der Rückgang des internationalen Studierendenaustauschs stellt für viele Hochschulen eine strategische Herausforderung dar. Die US-amerikanische Forschungseinrichtung National Institutes of Health stuft indes die starke Zunahme virtueller Konferenzen im Wissenschaftssystem im Hinblick auf Umweltschutz und Vielfalt als eine positive Auswirkung von Covid-19 ein.

Als Reaktion auf die weltweite Knappheit von verfügbaren Mikrochips intensiviert Kanada die Förderung von Halbleitertechnologien. Die Europäische Kommission schlägt vor, ein neues Gemeinsames Unternehmen für Chips („Joint Undertaking Chips“) als öffentlich-private Partnerschaft zu gründen und mit mehr als 4 Milliarden Euro auszustatten. Im Bereich Wasserstofftechnologien ist Europa schon einen Schritt weiter. Das Gemeinsame Unternehmen „Clean Hydrogen Partnership“ hat ein Arbeitsprogramm für den Zeitraum bis 2027 veröffentlicht: Mindestens 2 Milliarden Euro sollen investiert werden. Eine neue Publikation des OECD-Sekretariats zu grünem Wasserstoff vergleicht die Investitionen, Strategien und Patente verschiedener Länder (u.a. Deutschland, Frankreich, USA, Chile, Australien, Japan und Südkorea) und gibt auf dieser Basis Empfehlungen zur strategischen Ausrichtung der Förderung ab. Weitere Inhalte zu diesem Schwerpunkt finden Sie gebündelt bei Kooperation international auf der Themenseite Wasserstoff und Erneuerbare Energien.

Das Online Magazin University World News berichtet über mehrere Studien, die sich mit der Wissensproduktion in Afrika beschäftigen. In vielen Staaten ist der Publikationsoutput stark angestiegen. Gleichzeitig gibt es nach wie vor ein großes Gefälle innerhalb des Kontinents. Auf sechs Länder – davon nur zwei aus Subsahara-Afrika – entfallen 74 Prozent aller afrikanischen Publikationen. Südafrika steht mit 25 Prozent an der Spitze. Die Europäische Kommission und die Afrikanische Union bereiten derzeit eine afrikanisch-europäische Innovationsagenda vor. Im Rahmen einer öffentlichen Konsultation sind bis zum 13. Mai Stellungnahmen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen möglich.

In den vergangenen Wochen gab es noch viele weitere strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik, die wir für Sie ausgewählt und aufbereitet haben. Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.


Ihre Sonja Bugdahn und Andreas Ratajczak

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Der ITB infoservice berichtet monatlich über strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit und ist eine wichtige Quelle für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Forschung. Die einzelnen Meldungen werden ergänzt durch wertvolle Hintergrundinformationen, Kontextwissen sowie Verweise auf die Originaldokumente. Besondere Schwerpunktausgaben berichten fokussiert über ein aktuelles Thema oder eine Region.


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monatlich online bei Kooperation international (Archiv)
ISSN 1869-9596

Die Informationen werden im Einzelfall zur Wahrung der Aktualität in der Originalsprache der Quelle wiedergegeben.

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