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ITB infoservice 02/2022
Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit
17. Februar 2022

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

welche Rolle kommt der Wissenschaftsdiplomatie in einer krisengeschüttelten Welt zu? Auskunft dazu geben eine Reihe von Interviews, die in den USA mit Botschafterinnen und Botschaftern aus Australien, Chile, China, Kuba, Österreich, der Schweiz und Südkorea durchgeführt wurden. 

In Zeiten von Klimawandel und rasant steigenden Energiepreisen stehen auch Nachrichten zu neuen Energietechnologien im Fokus. In Bezug auf die Produktion von Grünem Wasserstoff richtet sich der Blick häufig auf sonnenreiche Länder wie Chile oder die MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika). Spanien will künftig mit Hilfe eines neu gegründeten „Spanish Hydrogen Network“ (SHYNE) die Entwicklung wettbewerbsfähiger Technologien vorantreiben. Während man bei den Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien auf eine Anwendung in der Breite setzt, sind Fusionstechnologien in wenigen Forschungsinfrastrukturen konzentriert: Im südfranzösischen Cadarache wird derzeit der Internationale Thermonukleare Experimental-Reaktor (ITER) gebaut. Experimente können dort frühestens ab 2025 beginnen. Ein vorbereitendes Experiment der Fusionsanlage Joint European Torus (JET) hat nun einen neuen Rekord aufgestellt. Diesen Erfolg hat das Europäische Fusionsprogramm EUROfusion unter Einsatz von Hunderten europäischen Fachleuten im britischen Culham bei Oxford erzielt. 

Die zukünftige Vernetzung von Forschenden im Vereinigten Königreich, der Schweiz und der EU ist Thema der kürzlich gestarteten Initiative „Stick To Science“. Derzeit blockiert vor allem die Europäische Kommission eine Assoziierung der beiden Länder mit dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa (2021-27). Die Ursache sind ungelöste Fragen in anderen Politikfeldern (Beiträge der Schweiz zum Kohäsionsfonds, Brexit-Abkommen). Als Reaktion darauf haben sich zwei schweizerische Hochschulen sowie der britische Hochschulverband Universities UK und der private gemeinnützige Wellcome Trust zusammengeschlossen. Sie plädieren für eine schnelle Einigung und warnen davor, etablierte wissenschaftliche Kooperationen durch Konflikte in anderen Politikfeldern zu gefährden. Außerhalb Europas stößt die Assoziierung mit Horizont Europa auf wachsendes Interesse: Inzwischen wurden mit Kanada und Neuseeland Sondierungsgespräche eröffnet, während Südkorea sein Interesse bekundet hat. Innerhalb Europas ist der Prozess noch weiter fortgeschritten: Als letzter Westbalkanstaat hat Albanien ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet. 

Derweil hat die Europäische Kommission einen Leitfaden für Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der EU publiziert, um diese für Risiken und Herausforderungen internationaler Forschungs- und Innovationskooperationen zu sensibilisieren. Beispielsweise werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus autoritär regierten Ländern bei Forschungsaufenthalten in der EU teilweise in ihrer Freiheit beschränkt. Der Leitfaden, der in Zusammenarbeit mit Mitgliedsländern und Stakeholdern entstanden ist, zeigt Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen auf. 

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre zu diesen und vielen anderen strategischen Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik, die wir in der vorliegenden Ausgabe für Sie ausgewählt und aufbereitet haben. 

Ihre Sonja Bugdahn und Andreas Ratajczak

Länder-/Regionenverzeichnis
Global / Multilateral
Europa / EU
Frankreich
Großbritannien
Kanada
USA
Albanien
Australien
Chile
Finnland
Kolumbien
Namibia
Neuseeland
Nigeria
Polen
Republik Korea (Südkorea)
Schweiz
Spanien

Themenverzeichnis
Schlüsseltechnologien
Energie
Umwelt, Nachhaltigkeit
Lebenswissenschaften
Kommunikation, Digitalisierung
Sicherheit
Bildung und Hochschulen
Berufliche Bildung
Fachkräfte
Rahmenbedingungen
Förderung
FuE-Infrastruktur
Innovation und Transfer
Kooperation Wissenschaft-Wirtschaft
Wirtschaft und Märkte
Indikatorik
Foresight
Internationalisierung

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Über den ITB infoservice

Der ITB infoservice berichtet monatlich über strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit und ist eine wichtige Quelle für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Forschung. Die einzelnen Meldungen werden ergänzt durch wertvolle Hintergrundinformationen, Kontextwissen sowie Verweise auf die Originaldokumente. Besondere Schwerpunktausgaben berichten fokussiert über ein aktuelles Thema oder eine Region.


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Erscheinungsweise

monatlich online bei Kooperation international (Archiv)
ISSN 1869-9596

Die Informationen werden im Einzelfall zur Wahrung der Aktualität in der Originalsprache der Quelle wiedergegeben.

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