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ITB infoservice 06/2019
Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit
27.06.2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ein individuelles E-Mail Abonnement bei Kooperation international gibt Ihnen die Möglichkeit, sich regelmäßig über internationale Förderbekanntmachungen zu informieren. Viele davon werden durch die sogenannten Öffentlich-Öffentlichen Partnerschaften (Public Public Partnerships, P2Ps) veröffentlicht, beisielsweise gemeinsame Programminitiativen wie JPI Climate oder ERA-Net Cofunds wie ERA PerMed zu personalisierter Medizin. Die P2Ps führen nationale Fördermittel zusammen, ergänzen diese teilweise mit europäischen Mitteln und fördern damit transnationale Projektkonsortien. Ein neuer Jahresbericht gibt einen Überblick zu den verschiedenen Typen, den Ergebnissen der Förderung sowie zu geplanten Reformen. Demnach waren Anfang 2018 über 98 verschiedene P2Ps aktiv und im Laufe des Jahres wurden 57 Förderbekanntmachungen veröffentlicht. Hier wird eine Konsolidierung angestrebt: Ab 2021, dem Beginn des neuen EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizont Europa”, wird es voraussichtlich nur noch drei Typen geben. Außerdem soll zukünftig das unabhängige Gremium „Forum for European Research & Innovation Partnerships” die Europäische Kommission und die Mitgliedsländer der EU beraten. Ziel ist es, die Einrichtung, Operation und Beendigung von P2Ps stärker von strategischen Überlegungen abhängig zu machen.

Die EU muss bei programmatischen Reformen die Herausforderung durch große Schwellenländer wie China und Indien beachten. Eine Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) sieht China in einer Reihe von Hightech-Sektoren auf dem Weg zu globaler Innovationsführerschaft, insbesondere durch die „Made in China 2025“-Strategie. Die Studie spricht sich dafür aus, dass die EU stärker von mobilen chinesischen Forschenden profitieren könnte, die derzeit häufig die USA als Standort bevorzugen. Mit Hilfe der Handelspolitik solle die EU ähnliche Wettbewerbsbedingungen für EU-Unternehmen in China wie für chinesische Unternehmen in der EU anstreben.

Die indische Regierung bereitet nach der Wiederwahl von Präsident Modi kurzfristig eine große Bildungsreform vor. Im Rahmen der „National Education Policy 2019“, die im Juli verabschiedet werden soll, ist eine umfassende Modernisierung der indischen Hochschullandschaft geplant. Erstmals ist die Rede von einer großen neuen Fördereinrichtung („National Research Foundation“), deren Aufgabe es sein wird, den Aufbau von Forschungskapazität an indischen Hochschulen vorantreiben.

Die gesellschaftliche und politische Dimension der Hochschularbeit wird durch den französischen Präsidenten Macron in den Vordergrund gerückt. Er hat im Rahmen des G7-Vorsitzes, der in diesem Jahr von Frankreich ausgeübt wird, eine G7-Hochschulallianz ins Leben gerufen. Im Juli werden sich in Paris die Präsidentinnen und Präsidenten von 46 Universitäten aus 17 Ländern treffen, um universitäre Beiträge zu einer globalen Agenda zu diskutieren.

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre zu diesen und vielen anderen strategischen Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik, die wir in der vorliegenden Ausgabe für Sie ausgewählt und aufbereitet haben.

Ihre Sonja Bugdahn und Andreas Ratajczak

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Über den ITB infoservice

Der ITB infoservice berichtet monatlich über strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit und ist eine wichtige Quelle für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Forschung. Die einzelnen Meldungen werden ergänzt durch wertvolle Hintergrundinformationen, Kontextwissen sowie Verweise auf die Originaldokumente. Besondere Schwerpunktausgaben berichten fokussiert über ein aktuelles Thema oder eine Region.


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monatlich online unter
ISSN 1869-9596

Die Informationen werden im Einzelfall zur Wahrung der Aktualität in der Originalsprache der Quelle wiedergegeben.

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